
Alfred SchückingGeboren
am 4. 7. 1818 in Dülmen, gestorben am 12. 10. 1898 in Washington. Alfred Schücking
war der drittälteste Sohn des arenbergischen Amtmanns und Richters für das
Amt Hümmling, Paulus Modestus Schücking (geb. 1787, gest. 1867) und dessen
Ehefrau Catharina Busch (geb. 1791, gest. 1831). Er wuchs, wie sein älterer
Bruder Levin Schücking (geb. 1814, gest. 1883) im Marstall des Jagdschlosses
Clemenswerth in Sögel auf, besuchte nacheinander die Gymnasien Paulinum in Münster
und Carolinum in Osnabrück. 1838 wanderte er gemeinsam mit seinem Vater in
die USA aus, war dort zunächst als Sprachlehrer am Jefferson-College zu
Canonsberg und als Herausgeber verschiedener Zeitschriften tätig. 1846 erwarb
er die amerikanische Staatsangehörigkeit. Während sein Vater sich mit den
Verhältnissen in den USA nicht anfreunden konnte und bereits 1840 zurück
nach Bremen ging, fasste Alfred schnell Fuß. Gemeinsam mit Prof. Franz Lieber
(1880-1872) gründete er die erste erfolgreiche deutschsprachige Zeitschrift
des amerikanischen Südens, den „Deutschen Courir, der ab 1842 vierzehntägig
und bald als „Deutsche Zeitung“ täglich erschien. Gleichzeitig studierte
er das römische Recht mit dem englischen Common Law verbindend und erreichte
als erster deutscher Journalist in der amerikanischen Geschichte einen
ordentlichen Sitz im Washingtoner Repräsentantenhaus. Er redigierte das
auflagenstarke Monatsblatt „Der Deutsche in Amerika“ und ging in die
Geschichte Washingtons als der Gründer der ersten deutschsprachigen Zeitung
der Bundeshauptstadt
(National-Zeitung) ein. Ferner sorgte er, zusammen mit dem
Kongressabgeordneten Tibatts, für die erste deutsch-amerikanische
Postdampferschiffahrtslinie. 1846, nach der Heirat mit Sarah Ann Lee Watson
(gest. 1885) ließ sich Alfred Schücking in der Bundeshauptstadt Washington
als Anwalt nieder und war zeitweilig im US-Schatzamt tätig. Er widmete sich
seiner internationalen Advokatur und vertrat gleichzeitig zahlreiche deutsche
Kleinstaaten sowie die Königlichen Niederlande als Generalkonsul und
Vizekonsul. Später diente er dem Deutschen Reich als Kaiserlich Deutscher
Konsularagent, setzte sich besonders für deutsche und irische Einwanderer im
amerikanischen Westen ein. Für seine diplomatischen Dienste erhielt er
zahlreiche Auszeichnungen. Werke Veröffentlichungen
in: Der
Auswanderer - Bremer Bürgerfreund – Deutscher Courir – etc. Erwähnungen
in: Levin
Schücking: Lebenserinnerungen, 1886 – Klara Weber: Katharina Schücking,
ein Erziehungs- und Lebensbild aus dem Anfang des 19. Jahrhunderts
(Dissertation), 1918 – Dr. Susanne Amrain: Veilchen suchen im Oktober,
Festvortrag zur Eröffnung des Schücking-Museums am 25. 5. 1997 – Heinz
Thien: Museumsführer Schücking-Museum, 1997 – Schücking-Jahrbücher –
Hauschronik der Familie Schücking, 1862 – Westf. Geschlechterbuch, 1970 –
etc. Gedenkstätten:
Schücking-Museum Sammlungen: Schücking-Museum, Sögel – Archiv Thien, Sögel |