Bernhard Köster

Geboren am 20. 10. 1869 in Lahn, gestorben am 23. 6. 1944 in Iburg. Bernhard Köster wuchs in dem kleinen Hümmlingort Lahn als Sohn des Dorfschullehrers Hermann Köster auf. In seiner Kindheit half er beim Schafehüten, trug zum Unterhalt der Familie bei durch Fischfang und die Jagd auf Krammetsvögel. Obwohl das Dorfschullehrergehalt in jener Zeit knapp bemessen war, ließ der Vater seinem Sohn Bernhard Privatunterricht in Deutsch, Latein, Griechisch und Mathematik beim Vikar im Ort nehmen und schickte ihn dann auf das Gymnasium im 30 km entfernten Meppen. Nach dem Abitur 1889 studierte Hermann Köster an der Universität in Münster Theologie und Philosophie und trat der Studentenverbindung Sauerlandia bei. 1892 wurde er im Dom zu Osnabrück zum Priester geweiht, verbrachte seine ersten Priesterjahre in Spelle und in Lengerich. 1899 machte er seine Rektorenprüfung in Hannover und übernahm dann für zwei Jahre die Leitung der Handelsschule in Schapen. 1901 wurde er nach Lübeck versetzt, wo er als Pfarrer für das gesamte Gebiet zwischen Elbe und Ostsee, von Timmendorfer Strand über Oldesloh und Ratzeburg bis nach Lauenburg seelsorgerisch zuständig war. Hier betreute er auch Krankenhäuser und Schulen und war als Militärpfarrer tätig. Durch seine vielfältigen Kontakte mit polnischen Gastarbeitern erlernte er auch noch die polnische Sprache so gut, dass er später sogar am Osnabrücker Priesterseminar Unterricht in Polnisch erteilen konnte. Nach seiner 15jährigen Tätigkeit in Lübeck übernahm er die Pfarrerstelle in Glandorf bei Osnabrück und wurde nebenbei Kreisschulinspektor für die Kreise Iburg und Melle und unterrichtete an der Lateinschule in Glandorf. Daneben fand er nun zunehmend Zeit für seine schriftstellerischen und historischen Interessen. Seine erstes Werk war „Wittmanns Gerd“, bekannt und bis heute immer wieder neuaufgelegt aber wurde „Jan Kardel un seine Bande“, ein bewegender Räuberroman aus seiner Hümmlinger Heimat. Das Werk erschien zuerst als Fortsetzungsroman in einer Zeitung, dann 1926 erstmals als gebundenes Buch, wurde später auch ins Hochdeutsche übersetzt, wobei es aber viel von seiner Ursprünglichkeit verlor. Seine fruchtbarste schriftstellerische Periode hatte Bernhard Köster in den 20er und bis Anfang der 30er Jahre. Köster schrieb auch mehrere Ortsgeschichten (Lahn, Wahn, Werlte, Waldhöfe, Ostenwalde, Glandorf), von denen aber nur die von Glandorf veröffentlicht wurde. Die übrigen Manuskripte waren immer wieder Fundgruben für spätere Heimathistoriker. In der Nazi-Zeit ließen seine schriftstellerischen Aktivitäten plötzlich nach. Nach schwerer, längerer Krankheit starb Köster im Marienhospital in Iburg. Unvollendet blieb seine Lebensbeschreibung „Ein typischer Fall“.

Werke: Wittmanns Gerd, 1918 – Thaikla, 1919 – Lübeck, 1920 – Jan Kardel un seine Bande, 1920 – Im Feuer der Kartaune, 1923 – Die schöne Anna Hake von Scheventorf, 1924 – Das Halsband des Lambert von Oer, 1925 – Bur hol faste, wat du häst, 1926 – Schwedenchronik, 1926 – Clemenswerth, 1926 – Um die Krone des Emslandes, 1926 – Frau Ida, 1931 – Geschichte Glandorfs, 1944.

Auszeichnungen: Ehrenmitglied des Heimatvereins Lahn-Ostenwalde, 1978.

Erwähnungen in: Handbuch des Bistums Osnabrück, 1968 – Jahrbuch des Emsländischen Heimatbundes, 1962 und 1997 – Das Emsland, 1/1973 – J. Rüschen: Bekannte Emsländer aus vergangener Zeit, 1988

Veröffentlichungen über Bernhard Köster: Zahlreiche Veröffentlichungen in Ems Zeitung, Münsterländische Tageszeitung

Sammlungen: Schücking-Museum, Sögel – Archiv Thien, Sögel