Catharina Busch

Catharina Busch

Geboren am 26. 1. 1791 in Ahlen als erste Tochter des Stadt- und Landrichters Peter Ignatz Anton Busch (geb. 17. 6. 1757, gestorben 18. 9. 1834) und dessen Ehefrau Anna Elisabeth Elverfeld (geb. 9. 5. 1765, gest. 11. 4. 1840). Sie starb  am 2. 11. 1831 in Sögel im Ludmillenhof. Sie hatte elf Geschwister. Am 7. 10. 1813 heiratete sie Paulus Modestus Schücking. Das Paar hatte sechs Kinder, von denen zwei im zarten Kindesalter starben. Ihre Kinder- und Jugendzeit verbrachte sie in Westfalen (Dülmen/Münster). Bereits als 16jährige kam sie in intensive Kontakte mit dortigen Literaturzirkeln (Gallitzinkreis) und verschaffte sich reichlich Lektüremöglichkeiten. Ihr dichterisches Talent wurde von dem damals bekannten Literaten/Kulturkritiker /Juristen Anton Mathias Sprickmann (1749-1833) gefördert. Klopstocks Messias gehörte zu Catharinas Lieblingslektüre wie auch Klopstock bestimmend für die Richtung wurde, die sie literarisch einschlug. Als 17jährige veröffentlichte sie 1810 im poetischen Jahrbuch ihre ersten drei Gedichte. Gleichzeitig nahmen verschiedene Zeitschriften ihre Gedichte auf. Diese ersten Publikationen sorgten in Westfalen und darüber hinaus für reichlichen Wirbel, da eine an das allgemeine Publikum tretende Dichterin nicht dem Gesellschaftsbild der Zeitgenossen entsprach. Sie wurde öffentlich wegen ihrer Eitelkeit verhöhnt, gleichzeitig aber durch diesen angeblichen Skandal sehr bekannt. So sprach auch die damals unbekannte Annette von Droste-Hülshoff von der berühmten Catharina Busch und freundete sich mit ihr an. Nach ihrer Heirat mit Schücking zog das Paar am 7. 10. 1813 nach Meppen, wo sie Mutter ihres Erstgeborenen wurde: Levin Schücking (1814-1883). Anfang 1815 siedelte die Familie nach Sögel um in den Marstall des Jagdschlosses Clemenswerth, da ihr Mann Paulus Modestus Schücking dort das Amt des Amtmanns und Richters für den Hümmling übernommen hatte. Catharina Busch pflegte auch von Sögel aus zahlreiche Kontakte zur westfälischen Kultur- und Literaturszene, so zu Prof. Sprickmann und Annette von Droste-Hülshoff. In ihren letzten Jahren litt sie sehr unter ihrem zurückgezogenen Leben im „culturfernen“ Emsland. In die Literaturgeschichte eingegangen ist sie als die (erste) Dichterin Westfalens und als Freundin und Vorbild der Annette von Droste-Hülshoff. Wegen ihres frühen Todes konnte sie einige ihrer Werke nicht vollenden.

Werke: Namenstagsgedichte, 1803 – Sehnsucht nach Ruhe, 1804 – Die Moosrose, Der glückliche Bauer, 1805 – Der Frühlingsabend, An die Liebe, Adams Söhne, Herbstlied, 1806 – Die Sommernacht, Herbstgefühle, An den Herbst, 1809 – Triumpf der Kleinstädter (Satire), 1810 – An Klopstock, Adalbert und Adeline (Ballade), Die stille Tugend, Am Vorabend des Fronleichnams, 1811 – Herbstphantasien an den Geliebten, 1813 – An die Deutschen im Jahre 1814, 1814 – Am Grabe meines Kindes, 1817 – An Angelika Catalani, 1819 – Stolbergs Tod, 1820 – Meiner Neugeborenen, 1821 – Die Blumen, 1822 – Am Allerseelenfeste, 1823 – Dreisilbige Charade, Die Schneeglöckchen, Badereise nach Pyrmont (Erzählung), 1824 – An den Bischof C. Clemens von Gruben, Charade/Die ersten Silben, Charade/Zweisilbig, 1825 – Charade/Dreisilbig, Wiegenlied für meine Pauline, An Oswald, Die weiße Rose, 1826 – Der Traum, 1827 – Unbekanntes Lustspiel, etwa 1827 (s. Lebenserinnerungen, Levin Schücking) – Meinem Sohn Levin, Meine Leyer, Fragment, Erfahrungen und Reflexionen, 1829 – Freuden und Leiden einer schönen Seele (unvollendeter Roman).

Veröffentlichungen in: Mimigardia - Archiv für Literatur, Kunst und Politik – Jenaische Allgemeine Literatur-Zeitung – Oberdt. Allg. Literatur-Zeitung – Haller Allg. Literatur-Zeitung -  Westfälischer Merkur – Rheinisch Westfälischer Musenalmanach – Rheinisches Unterhaltungsblatt, etc.

Erwähnungen in: Annette von Droste-Hülshoff: Sämtliche Briefe, dtv – Westfälisches Autorenlexikon, Bd. 1, S. 351-354, Paderborn 1993 – Schücking-Jahrbuch, Bd. 1 und Bd. 2, 1997/98 und 1999/2000 – Levin Schücking: Lebenserinnerungen, Leipzig 1886 – Zahlreiche Erwähnungen in der Droste-Rezeption.

Veröffentlichungen über Catharina Busch: Klara Weber: Katharina Schücking, ein Erziehungs- und Lebensbild  aus dem Anfang des 19. Jahrhunderts (Dissertation), 1918 - Heinz Thien: Das bewegte Leben der Catharina Busch, Ostenwalde 1993 – Heinz Thien: Da bin ich nun in Meppen, am Ziel meiner Wünsche und Hoffnungen, Meppener Tagespost, 19. 1. 1996 – Dr. Susanne Amrain: Veilchen suchen im Oktober, Festvortrag zur Eröffnung des Schücking-Museums am 25. 5. 1997 – Heinz Thien: Catharina Busch verstummte nicht im öden Emsland..., Schücking-Jahrbuch, Bd. 2, 1999/2000.

Gedenkstätten: Grabdenkmal in Gehlenberg, vormals Neu-Arenberg/Krs. Cloppenburg - Schücking-Museum, Sögel.

Sammlungen: Schücking-Museum, Sögel – Westfälisches Landesmuseum, Münster – Archiv Thien, Sögel.