Clemens August Behnes

Geboren am 25. 3. 1775 in Sögel, gestorben am 6. 4. 1838 in Lathen. Clemens August Behnes verbrachte seine Kindheit auf Clemenswerth in Sögel als einziger Sohn des Rezeptors des Kirchspiels Sögel und Verwalter des Jagdschlosses Clemenswerth: Georg Joseph Behnes und dessen Ehefrau Anna Sybilla (ge. Beckering). Nachdem der Vater bereits früh verstarb, als Clemens August gerade erst zwei Jahre alt war, heiratete seine Mutter Franz Arnold Breymann (Sekretär des Freiherrn von Velen) und zog mit dem Kind nach Haus Altenkamp/Aschendorf zu ihrem neuen Gatten. Ab November 1783 besuchte der kleine Clemens August die Trivialschule in Meppen und anschließend die Schule der Franziskanerpatres ebenfalls in Meppen. Ab seinem 15. Lebensjahr besuchte er die Minoriten-Klosterschule in Münster, trat ein Jahr später eine Rechtsanwaltslehre an und studierte anschließend Jura an der Universität in Münster. Nach einem Studium in den Niederlanden ging er 1795 als Gerichtsschreiber nach Papenburg und bezog eine Wohnung im Haus Altenkamp. 1797 ging Behnes nach Lathen, arbeitete dort für den Obervogt und Rezeptor T. H. Nankemann (1729-1816) und heiratete Maria Gesina Schmitz. Durch die Einführung französischer Gesetzgebung auch im Emsland 1809 wurden das Gericht in Lathen und das Patrimonialgericht in Papenburg aufgelöst. Behnes war fortan nur noch provisorischer Obervogt und Rezeptor. Als der Ort Lathen 1811 in eine Mairie (Bürgermeisterei) ernannt wurde, wurde Behnes Maire, also Bürgermeister für Lathen und die umliegenden Orte. Als 1820 die napoleonische Verwaltungsreform vom Königreich Hannover aufgehoben wurde, fungierte Behnes als Amtsvogt. Behnes suchte in dieser politisch so wechselhaften Zeit nach bleibenden Werten und erforschte die Geschichte des Emslandes von den Steingräbern bis in seine Zeit. Mit seinem Werk „Alte und neue Geschichte des Emslandes oder des Amtes Meppen“ im Jahre 1814 gab er erstmals sein in vielen Jahren erworbenes historisches Wissen an eine breite Leserschaft weiter. Eine erste geschichtliche Abhandlung über das Emsland! Zahlreiche weitere Schriften folgten, bevor er sein Hauptwerk „Beiträge zur Geschichte und Verfassung des ehemaligen Niederstifts Münster als der früheren Ämter Meppen, Cloppenburg und Vechta“ 1830 erschien. In weiteren Arbeiten untersuchte er die rechtsgeschichtliche Lage der Bauern.

Werke:  Alte und neue Geschichte des Emslandes oder des Amtes Meppen, 1814. – Über das Markenrecht und besonders die tertia marcalis im Niederstift Münster, o. A. – Über die römische Brücke, welche im Jahre 1818 im Königreich Hannover in der Nachbarschaft des Kreises Meppen aufgedeckt ist, 1822. – Beiträge zur Geschichte und Verfassung des ehemaligen Niederstifts Münster als der früheren Ämter Meppen, Cloppenburg und Vechta, 1830. –

Veröffentlichungen über Clemens August Behnes: Georg Behnes: Clemens August Behnes, ein Beitrag zur Heimatgeschichte des Emslandes, in: Jahrbuch des Emsländischen Heimatbundes, Bd. 20, 1973. – Georg Behnes: Clemens August Behnes, ein Beitrag zru Heimatgeschichte des Emslandes, in: Jahrbuch des Emsländischen Heimatbundes, Bd. 21, 1974.- Bernhard Ahrens: Clemens August Behnes, in: Lathen, ein Dorf an der Ems, hrsgg. v. Hermann Frerker, Lathen 1984. – Johannes Rüschen: Bekannte Emsländer aus vergangener Zeit, Bremen 1988.