
Emmy von DincklageGeboren am 13. 3. 1825 auf Gut Campe bei Steinbild, gestorben am 28. 6. 1891. Ihre Eltern, Hermann E. von Dincklage und dessen Frau Julie (geb. Baroneß von Stoltzenberg) besaßen das freiherrliche Gut Campe im emsländischen Steinbild. Emmy (Amalie Ehrengarte Sophie Wilhelmine) wuchs als recht lebhaftes Kind in ländlicher Umgebung auf und wurde früh mit den land- und hauswirtschaftlichen Lebensbedingungen vertraut, ebenso mit der plattdeutschen Sprache. Schwester der ebenfalls literarisch tätigen Clara von Dincklage. Erste literarische Gehversuche unternahm sie als Jugendliche. 1848 begann für Emmy von Dincklage eine gelegentlich recht hektische Reisetätigkeit, die sie mit berühmten Zeitgenoss/innen zusammen brachte. Mit Levin Schücking und dessen Familie war sie lebenslang eng befreundet ( nach Levin Schückings Tod (1883) vertiefte sich die Freundschaft zu Schückings Tochter Theo). Enge Kontakte pflegte sie auch zu Viktor von Strauß und Torney, Elise von Hohenhausen, Elise Rüdiger. Sie zog zunächst nach Wiesbaden und siedelte dann nach Colberg in Thüringen, unternahm Reisen nach Österreich, Italien, Ungarn und kreuz und quer durch Deutschland. Im Bekanntenkreis wurde sie bereits „die Reisetante“ genannt. 1866 wurde sie Mitglied des adeligen Damenstiftes Börstel bei Osnabrück. Während dieser Reisetätigkeit entstanden zahlreiche Gedichte und Novellen, die in den verschiedensten Zeitschriften veröffentlicht wurden. 1856 gab sie ihr erstes Buch heraus: „Das alte Liebespaar“. Fortan gab sie bis zu ihrem Tode jährlich ein Buch mit Romanen, Erzählungen, Novellen heraus. 1879 nahm sie gemeinsam mit Viktor von Strauß am ersten deutschen Schriftstellerkongreß in Dresden teil. Weitere Reisen nach Italien, Frankreich und Holland folgten, dann 1880 bis 1881 eine Reise durch die USA. Dort wurde sie als deutsche Literatin besonders von den deutschen Einwanderern gefeiert. Ab 1881 lebte sie zunächst in Lingen, dann in Berlin. Hier unterzog sie sich 1891 einer Kehlkopfoperation und starb am 28. Juni 1891 in einem Berliner Krankenhaus. Werke:
Das
alte Liebespaar, Stuttgart 1856 – Der lederne Bräutigam, Stuttgart 1857
–Der Herrn Onkels Pflegekind, Stuttgart, 1858 – Friesische Köpfe. Am
Dollart, Stuttgart 1860 - Hochgeboren, 1869 – Die Schule des Herzens, 1869
– Tolle Geschichten, Leipzig 1870 – Il Gobbo und sein Liebesleid und Glück,
Stuttgart 1878 - Neue Novellen, Leipzig 1870 – Sara, Leipzig1871 – Durch
die Zeitung, Leipzig 1871 – Geschichten aus dem Emslande, Leipzig1872 –
Die fünfte Frau, Stuttgart 1873 – Heimatgeschichten, Paderborn 1873 –
Kinder des Südens, Stuttgart 1873 – Emsland-Bilder, Stuttgart 1874 –
Geschichtenbuch für die Jugend, Stuttgart 1875 – Nordlandgeschichten, Jena
1875 - Der Erbonkel, Stuttgart
1876 – Die Schule des Herzens, Jena 1876 – Neue Novellen, Breslau
1877 - Im Siricco, 1877 – Erich Lennep, 1878 – Der Lotsenkommandeur,
Bremen 1878 – Wir. Emslandgeschichten, Leipzig 1882 – Aus zwei Weltteilen,
Lingen 1882 – Die Amsivarier. Heimatgeschichten, Köln 1881 – Fürstliches
Blut, Napoleon, Köln 1883 – Die Seele Abbergs, 1884 – Die echten Abbergs,
Köln 1884 - Lieb und Länder, Düsseldorf 1885 – Blutjung und andere Erzählungen,
Berlin 1887 – Das Comtessel, 1886 – Die Seelen der Hallas, Köln 1886 –
Kurze Erzählungen, 1889 – Jung Alarichs Braut, 1890 – Letzte
Novellen, Dresden 1889 -
Kurze Erzählungen, Leipzig 1889 – Jung Alarichs Braut, Berlin
1890 – postum: Dosta von
Drontheim. Eine wundersame Geschichte, Dresden 1892 (2.Aufl.) – Die
Dorf-Nihilistin, nesbt 7 weiteren Novellen von derselben Verfasserin, Köln
1893 – Gedichte, Paderborn 1893 – Gesammelte Erzählungen, Paderborn 1907
– Flachland, Paderborn 1894 – Haide-Imme, Leipzig 1899 – Der lederne Bräutigam.
Wenn`t Glück kummt, Münster 1909 – Der Heideschäfer. Angela Wilkens und
der Prinz von Oranien, Leipzig 1920 – Wat de olle Möke
vertellde, Lingen o. J. Veröffentlichungen
in: (u.
a.) Das Neue Blatt (1873) – Hartmanns Schatzkästlein – Deutsches
Musenalmanach – Der Salon – Deutsche Illustrite Zeitung – Deutsche
Heimat – Die Gartenlaube – Deutsche Wochenschrift – Illustrierte Welt Übersetzungen
ins: Ungarische,
Niederländische, Französische und Englische. Auszeichnungen:
Goldene
Medaille des Königreichs Rumänien für Kunst und Wissenschaft, überreicht
von Königin Elisabeth von Rumänien. Erwähnungen
in: Jahrbuch
des Emsländischen Heimatbundes - Ems Zeitung - Meppener Tagespost – in der
Levin-Schücking-Rezeption, auch: Levin Schücking: Lebenserinnerungen,
Leipzig 1886 – Haus und Welt,
Nr. 11/1874 – Der Herold (1881) - Birgit
Harren und Hubert Scholübbers: Allgemeine
Bibliographie über den Raum Emsland/Grafschaft Bentheim bis 1982, Sögel 1988
– Westfälisches Autorenlexikon, Bd. 2, Paderborn 1994 – Biogr. Handbuch
Osnabrück, 1990 - etc. Veröffentlichungen
über Emmy von Dincklage: H.
M. B.: Emmy von Dincklage, in: Mein Emsland/Ems Zeitung 1931 – B. Krull: Vor
90 Jahren starb Emmy von Dincklage, in: Ems Zeitung, 27. 6. 1981 – Emmy von
Dincklage-Campe. Die Dichterin des Emslandes, in: Niedersachsen Nr. 13/1907,
etc. H. Schönhoff: Emmy von Dincklage als Dialektdichterin, in: Niedersachsen
14/1908 – E. Egbring: Emmy von Dincklage. Ein Gedenkblatt zu ihrem 100.
Geburtsjahr, in: Mein Emsland Nr. 1/1925 – K. Hohenschwert: Emmy von
Dincklage, in: Jahrbuche des Emsländischen Heimatbundes, 3/1955 – K.
Hohenschwert: Emmy von Dincklage, die Emslanddichterin, ein Gedenkblatt aus
Anlaß ihres 80. Sterbetages, in: Jahrbuch des Emsländischen Heimatbundes,
18/1971 - - Johannes Rüschen:
Emmy von Dincklage-Campe.Schriftstellerin und Dichterin, in: Bekannte Emsländer
aus vergangener Zeit, Bremen 1988 – K. Hohenschwert: Emmy von Dincklage. Ihr
Leben und Schaffen, Diss., Münster 1921 – S. Sommer: Untersuchungen zum
Bereich Frauenschriftstellerei im 19. Jahrhundert (Examensarbeit), Osnabrück
1976 – B. Gröninger: Emmy von
Dincklage. Die Emslandschriftstellerin im 19. Jahrhundert, in: Uns gab es
auch, Sögel 1993 – Heinz Thien: „...nervös wie eine elektrizierte
Katze!“, in: Ems Zeitung 6. 10. 1998. Gedenkstätten:
Waldfriedhof
Fam. Dincklage, bei Steinbild. Sammlungen: Fam. Dincklage - Schücking-Museum, Sögel - Archiv Thien, Sögel. |