Godfried BuerenGeboren am 10. 8. 1771 in Wolbeck/Westf, gestorben am 3. 8. 1845 in Papenburg. Auch: Bernhard Gottfried Bueren. Nach Gymnasium Jura-Studium in Münster. Bueren war ab 1793 (als 22jähriger) Gerichtshalter des Herzoglich-Arenbergischen Patrimonialgerichts in Papenburg, ab 1811 Kaiserlich-Französischer Friedensrichter. In der Papenburger Geschichte erwarb er sich große Verdienste, die auch heute nicht vergessen sind. Johannes Rüschen in „Emsländische Lebensbilder aus vergangener Zeit“ u. a.: Als Papenburger Schiffseigner bemühte er sich um Maßnahmen zur Verbesserung und Rettung der Papenburger Schiffahrt, die wegen der Kontinentalsperre Napoleons im Jahre 1806 in eine kritische Lage geriet, als 10 Papenburger Schiffe von Engländern gekapert und festgehalten wurden. Godfried Bueren reiste nach London, um in mühseligen Verhandlungen die Freigabe dieser Schiffe zu erreichen. Nach seinen Vorstellungen sollten künftig die Papenburger Schiffe unter eigener Flagge fahren. Bueren wollte damit die Neutralität der Papenburger Schiffahrt erreichen, um sich so aus künftigen politischen Streitigkeiten heraushalten zu können. Seine Idee war genial, fand jedoch nicht die Anerkennung durch die Arenbergische Verwaltung. Godfried Bueren, der lebenslang zahlreiche Kontakte mit westfälischen Literaten und eine besonders innige Freundschaft mit dem ebenfalls literarisch tätigen Paulus Modestus Schücking (Levin Schückings Vater) pflegte, trat spätestens 1797 mit seinen poetischen Arbeiten in die Öffentlichkeit. Eine außerordentlich anschauliche Beschreibung Godfried Buerens lieferte Levin Schücking in seinen „Lebenserinnerungen“ (1886). Als Dichter und Poet wurde Godfried Bueren im Emsland und im westfälischen Raum recht bekannt. Heute sind seine Werke allerdings weitgehend vergessen. Werke: Rundgesang
nebst Chor bei Gelegenheit der Vermählungsfeier des Herrn Herzoglich
Arembergischen Arondissements-Präfekten Doctoren A. Heyl mit der Demoiselle Rüssel
am 27. November 1810 – Ode zur Entbindungsfeier Ihrer Majestät der
erhabenen Kaiserin M. Louise am 20. März. Lingen
1811 – Ode a l`occasion de la naissance de S. M. le Roi de Rome. Lingen
1811 – Hymnus ad celebrandum festum inclytum nativitatis Regis Romani.
Lingen 1811 – Ode an Napoleon den Großen bei seiner Reise durch die
vereinigten Departements nach Hamburg im Oktober 1811 – Albion, Europens Erlöserin.
Seiner Königlichen Hoheit des Allerdurchlauchtigsten Großbrittanischen
Prinzen, Adolf Friederich, Herzogs von Cambridge, regierenden Statthalters des
Königreichs Hannover gewidmet. Lingen 1815 – Godfried Buerens ausgewählte
Gedichte. Herausgegeben von B. A. Bueren, Münster 1868. Veröffentlichungen
(unvollständig): Auf
Nelson nach der Schlacht bei Abukir, in: Politisches Journal, 1798 – Lied
der Papenbörger Armee, als sie am Tauffeste des Königs von Rom gespeiset
wurde, in: Osnabrücker Anzeiger 1811 – Friedenshymne, in: Hermann 1814 –
Das unterdrückte Lied der Westphälinger im Jahre 1809; Der Triumphgesang der
befreiten Westphälinger nach der Schlacht bei Leipzig; Drei Triolette für
die Deutschen; Ode an Blücher und und Wellington, das Siegerpaar der
Deutschen und Britten; Lob des Landlebens; Das liebende Mädchen am summenden
Rädchen; Der Jüngling auf dem Eise; Das Moor, in: Hermann 1815 – Seala und
Bengo; Aufmunterung zum Lebensgenusse; Abschied von Velen; Die Papenborger
Torfgräber, in: Raßmann: Taschenbuch für 1814 – Freie Nachbildungen des
Pervigilium Veneris, in: Raßmann: Abenderheiterungen 1815 – Antitriolett;
in: Raßmann: Triolette der Deutschen 1815 – Die Erinnerung, in:
Thusnelda 4/1816 – Heiratsgesuch ohne Verbindlichkeit, in: Thusnelda 19/1816
– Zwei Anagramme auf die lungenheilende Rinde Acornoque, in: Thusnelda
22/1816 – Beschreibung der zu Papenburg statt gehabten Feierlichkeiten bei
der Gegenwart Seiner Königlichen Hoheit des Prinzen Adolf Friedrich, Herzog
von Cambridge, in: Grote: Jahrbuch für Westfalen und den Niederrhein 1817 –
Meppensches Jägerlied; Neujahrssprüche der Bücherträgerin der
Lesergesellschaft zu Holte, Papenburg und Bölte, in: Grote: Münsterländisches
poetisches Taschenbuch 1818 – Etwas über die westfälisch-plattdeutsche
Sprache, in: Raßmann: Rheinisch-Westf. Musenalmanach, 1821 – An den jetzt
in Frieden ruhenden, während seines Lebens von Schönlenchen behext gewesenen
Beyre zu Dörpen, in: Mindener Sonntagsblatt, 4/1823 (zahlreiche weitere
Nennungen in: Westfälisches Autorenlexikon, Bd. 1, Paderborn 1993). Erwähnungen
in: Niedersachsen 15/1909
(H. Schönhoff: Die mundartliche Dichtung des Münsterlandes) – W.
Uhlmann-Bixterheide: Das plattdeutsche Westfalen, Dortmund 1912 – Westfälisches
Autorenlexikon, Bd. 1/1993 – Jahrbuch des Emsländischen Heimatbundes
(versch. Jahrgänge) – Mein Emsland (versch. Ausg.) – Papenburger Blätter
(versch. Ausg.) - Ems Zeitung –
Birgit Harren und Hubert Scholübbers: Allgemeine Bibliographie über den Raum
Emsland/Grafschaft Bentheim bis 1982, Sögel 1988. Veröffentlichungen
über Godfried Bueren: P.
Casser: Gottfried Bueren, in: Mein Emsland Nr. 6/1930 – H. Füser: Godfried
Bueren, ein vergessener Sänger der Heimat, in: Westfälischer Heimatkalender
1959 – Heinrich Füser: Der Dichter Godfried Bueren aus Wolbeck, in: Auf
Roter Erde, Nr. 66/1964 – Johannes Rüschen: Bernhard Godfried Bueren
(1771-1845), Richter, Dichter und Politiker, in: Emsländische Lebensbilder
aus vergangener Zeit, Bremen o. J. Sammlungen: Schücking-Museum, Sögel – Heimatverein Papenburg. |