Julie Lange

Geboren am 27. 5. 1880 in Papenburg, gestorben am 1. 6. 1942 in Papenburg. Julie Lange entstammt einer Papenburger Seemannsfamilie. Konkrete Lebensdaten aus ihrer Jugend bzw. über ihren Ausbildungswerdegang sind äußerst gering und unsicher. Nach Einführung des Frauenwahlrechts nach 1918 betätigte sie sich in der Zentrumspartei und gehörte als einzige Frau dem Papenburger Bürgervorsteher-Kollegium an. Später einzige Frau im Kreisvorstand der Zentrumspartei des Kreises Aschendorf bis 1933. Bereits seit Ende des 1. Weltkrieges arbeitete sie in der Redaktion der Ems Zeitung mit und war von 1925 bis 1927 Schriftleiterin. Nach Übernahme der Schriftleitung durch Theodor Rosell (1927) blieb sie weiter in der Redaktion tätig. Julie Lange wehrte sich in der Ems Zeitung gegen das Aufkommen des Nationalsozialismus und brachte hierzu vernichtende Kritiken über die NSDAP-Bewegung im Verbreitungsgebiet der Ems Zeitung. Bald darauf lehnte sie auch sämtliche NSDAP-Veröffentlichungen in der Ems Zeitung ab und verschwieg konsequent das Thema in dieser Zeitung. Ihre Ablehung der nationalsozialistischen Weltanschauung war genauso entschieden wie ihre engagierte Unterstützung der Zentrumspartei. Die NS-Ideologen im nördlichen Emsland fürchteten die spitze Feder der Julie Lange. 1933 mußte Julie Lange aufgrund der Gleichschaltung auch der Ems Zeitung ihre engagierte Mitarbeit bei dieser Zeitung aufgeben. Die Nazis hatten die bis dahin politisch einflussreichste Frau des Emslands kalt gestellt.  Bis zu diesem Zeitpunkt (1933) war sie auch für die heute noch gut bekannte Heimatbeilage der Ems Zeitung (Mein Emsland) redaktionell verantwortlich. Als Julie Lange 1942 starb, erschien in der Ems Zeitung nicht einmal ein Nachruf.

Werke: Der Barenberg, in: Niedersachsen 21/1908 – Gottfried Bueren, ein heimatlicher Dichter, in: Mein Emsland 2 u. 3 / 1925 –

Veröffentlichungen in: Ems Zeitung – Mein Emsland

Erwähnungen in: Emsländische Geschichte, Bd. 6/1997 (s. dort auch weitere Literaturhinw.).

Veröffentlichungen über Julie Lange: Angela Klasen: Julie Lange, in: Emsländische Geschichte, Bd. 6/199