Karl August Wittfogel

Geboren am 6. September 1896 im wendländischen Woltersdorf, gestorben am 25. Mai 1988 in Manhatten. Als Sozialwissenschaftler, Sinologe und Marxist begann er bereits in den 20er Jahren mit der Entwicklung seiner wissenschaftlich-revolutionären Theorie der Gesellschaft Chinas. Ein agitatorisches Bühnenwerk mit dem Titel „Wer ist der Dümmste“ stand 1923 am Anfang seiner schriftstellerischen Arbeit. Mit „Wirtschaft und Gesellschaft Chinas“ legte er 1931 sein erstes großes wissenschaftliches Werk vor. Danach traten zahlreiche Artikel zum Thema Faschismus in den Mittelpunkt seiner publizistischen Tätigkeit. 1933 wurde er bei dem Versuch illegal in die Schweiz zu reisen verhaftet und kam ins KZ Esterwegen. Die von Todesangst und Qualen geprägten Lagererfahrungen im Moor schrieb er nach seiner überraschenden Freilassung 1934 in Form eines Romans nieder, der 1936 unter dem Pseudonym Klaus Hinrichs in London erschien. 1935 emigrierte Wittfogel in die USA, wo er seine China-Studien fortsetzte und sich allmählich vom Kommunismus abwandte.

Werke: Wer ist der Dümmste? (Bühnenwerk), 1923 – Geschichte der bürgerlichen Gesellschaft, 1924 – Wirtschaft und Gesellschaft Chinas. Frankfurt 1931. – Staatliches Konzentrationslager VII (Roman). Pseudonym: Klaus Hinrichs. London 1936. – Die orientalische Despotie. Eine vergleichende Untersuchung totaler Macht. New York 1957, etc.

Veröffentlichungen über Karl August Wittfogel: G. L. Ulmen: The science of society. Toward an understanding of the life and work of K. A. Wittfogel. Den Haag 1978. –

Sammlungen: Weitere Informationen und Dokumente im Dokumentations- und Informationszentrum Emslandlager (DIZ), PF 1132, 26851 Papenburg