Karl Schröder

Geboren 1884 in Polzin/Hinterpommern, gestorben am 6. April 1950 in Berlin. Karl Schröder wuchs als Sohn eines Kleinstadtlehrers auf, studierte in Berlin Philosophie, Literaturwissenschaften, Geschichte und Kunstgeschichte und promovierte mit einer literaturgeschichtlichen Dissertation. Danach schlug er sich zunächst als Privatlehrer durch und fand mit seinem Eintritt in die SPD 1913 Anschluß an die Arbeiterbewegung.  1914 engagierte er sich als wissenschaftliche Hilfskraft im Zentralbildungsausschuß der SPD für die Arbeiterbildung. Sein politischer Weg führte von hier aus über die USPD und den Spartakusbund zum Kommunismus. 1919 wurde er aufgrund seiner linkskommunistischen Positionen aus der KPD ausgeschlossen und gehörte ein Jahr später zu den Begründern der  Kommunistischen Arbeiterpartei Deutschlands (KAPD). In Moskau traf er mit Lenin, Trotzki und Bucharin zusammen. 1922 kam es zur Spaltung der KAPD. Schröder trat wieder in die SPD ein und arbeitete 1926 bis 1933 zunächst als Lektor, dann als Leiter beim größten deutschen Lesering für Arbeiter. In diesen Jahren schrieb er fünf Romane. Ab 1931 bereitete er sich mit ehemaligen KAPD-Genossen und anderen Genossen auf die Illegalität vor. Ihre Widerstandsgruppe der „Roten Kämpfer“ wurde 1936 von der Gestapo zerschlagen. Schröder und sein Mitstreiter Alexander Schwab trafen sich im Lager Börgermoor wieder. Aus Erinnerungen an diese Zeit entstand später die Erzählung „Die letzte Station“. Durch Lager und Zuchthaus gesundheitlich ruiniert bemühte er sich die wenigen Jahre von 1945 bis zu seinem Tod in Berlin-Neukölln nochmals mit großem Eifer um eine Reform des Schulwesens.

Werke: Wesen und Ziele der Revolutionären Betriebsorganisationen. Berlin 1920. – Vom Werden der neuen Gesellschaft. Berlin 1920. – Der Sprung über den Schatten. Roman. Berlin 1928. – Aktien-Gesellschaft Hammerlughk. Roman. Berlin 1928. – Die Geschichte Jan Beek. Roman. Berlin 1929. – Familie Markert. Eine Gesellschaftsstudie. Berlin 1931. – Klasse im Kampf. Berlin 1932. – Herbst. Romanfragment aus der Haftzeit (unveröffentlicht). – Die letzte Station. Erzählung (u. a. aus Börgermoor und Walchum). Erstveröffentlichung: 1947. Mit Beiträgen von Habbo Knoch, Ursula Lamm und Heinrich Scheel von Fietje Ausländer in DIZ-Schriftenreihe Bd. 7 neu herausgegeben. Bremen 1995. – Zahlreiche politische Einzelschriften.

Erwähnungen in: Peter Lösche/Michael Scholing/Franz Walter (Hrsg.): Vor dem Vergessen bewahren. Lebenswege Weimarer Sozialdemokraten. Berlin 1988. – Olaf Ihlau: Die Roten Kämpfer. Marburg 1969.

Veröffentlichungen über Karl Schröder: Hans-Harald Müller: Intellektueller Linksradikalismus in der Weimarer Republik (dort auch weitere bibliographische Angaben zu Karl Schröder). Kronburg 1977.

Sammlungen: Internationales Institut für Sozialgeschichte, Amsterdam (Sammluneg Karl Schröder). – Dokumentations- und Informationszentrum Emslandlager (DIZ), Papenburg.