Wolfgang LanghoffGeboren am 6. Oktober 1901 in Berlin, gestorben am 25. August 1966. Langhoff wuchs als Sohn eines Kaufmanns zwischen 1902 und 1916 in Freiburg auf. Nach Realgymnasium und einer zweijährigen Zeit als Schiffsjunge ging er ab 1919 seiner Schauspiel-Leidenschaft nach. Es folgten Engagements in Königsberg, Hamburg, Wiesbaden und Düsseldorf. Unter dem Eindruck des kommunistischen Aufstands in Hamburg 1923 und nach der ersten Lenin-Lektüre suchte er nach Wegen der Verknüpfung von künstlerischer und politischer Verantwortung. Er engagierte sich in der Agitpropgruppe „Nordwest ran“ und trat der KPD bei. 1933 wurde er verhaftet und noch im gleichen Jahr ins KZ Börgermoor transportiert. Nach seiner Entlassung 1934 schrieb er seine Lagererfahrungen in dem Buch „Die Moorsoldaten“ nieder, das 1935 in der Schweiz erschien, allein in den ersten sieben Wochen acht Auflagen erreichte und sogleich in mehrere Sprachen übersetzt wurde. In ihm findet sich auch eine Schilderung zur Entstehung des bekannten Moorsoldatenliedes, das der Arbeiterdichter Johann Esser verfasst und von Langhoff ergänzt und bearbeitete wurde. Als „Volksschädling“ von den Nationalsozialisten 1936 ausgebürgert, wirkte er bis 1945 am Züricher Schauspielhaus und befasste sich mit Fragen des politischen Widerstandes. 1946 erfolgte die Berufung zum Intendanten des Deutschen Theaters in Ost-Berlin. Querelen mit den DDR-Organen führten dort 1963 zu seinem Rücktritt. Werke:
Die Moorsoldaten. Köln 1988 (Erstausg. 1935) – Eine Fuhre Holz.
Moskau 1937. Veröffentlichungen:
Zahlreiche Beiträge in Zeitungen und Reden zum Widerstand. Erwähnungen
in: Guido Fackler: Des Lagers Stimme. Musik im KZ. Bremen 2001. Veröffentlichungen
über Wolfgang Langhoff: Christa Neubert-Herwig: Wolfgang Langhoff.
Schauspieler, Regisseur, Intendant. Berlin 1991. Sammlungen: Dokumentations- und Informationszentrum (DIZ), Papenburg. |